Effizientere Budgetnutzung und digitale Lösungen im Fokus der Benefit-Strategien

Plakat mit Schriftzug change coming

Unternehmen stehen vor der Herausforderung, mit begrenzten Budgets maximale Wirkung bei Zusatzleistungen für Mitarbeitende zu erzielen. Eine Studie zeigt, wie sie durch gezielte Reallokation, digitale Lösungen und Fokus auf Gesundheit und finanzielle Resilienz ihre Benefit-Strategien optimieren.

Im Fokus Benefits

Der wachsende Kostendruck und der Kampf um Fachkräfte fordern deutsche Unternehmen heraus. 63 Prozent der Arbeitgeber nennen diese beiden Faktoren als zentrale Treiber ihrer Benefit-Strategie. „Unternehmen sehen sich zunehmend gezwungen, mit limitierten Budgets das Maximum an Wirkung zu erzielen – und das bei gleichzeitig steigenden Erwartungen der Mitarbeitenden an Zusatzleistungen“, sagt Nicoletta Blaschke, Head of Health & Benefits von Deutschland und Österreich bei WTW. „Der Schlüssel liegt in einer gezielten Reallokation und der strategischen Nutzung digitaler Lösungen.“

Statt teure neue Leistungen einzuführen, optimieren viele Unternehmen ihre bestehenden Ressourcen. 54 Prozent planen, Budgets umzuschichten, 58 Prozent prüfen Anbieter mit besserem Preis-Leistungs-Verhältnis. Ein Drittel (35 Prozent) will durch die Weiterentwicklung der Benefits die eigenen Unternehmenswerte stärker betonen.

Mehr Wahlfreiheit, digitale Unterstützung und erlebbare Benefits

Irrtümer und Mythen rund ums Arbeitsrecht„Gerade in einem angespannten Arbeitsmarkt wollen sich Unternehmen mit einem attraktiven und strategisch ausgerichteten Benefits-Angebot positionieren. Nicht nur zur Mitarbeiterbindung, sondern auch zur Differenzierung im Wettbewerb“, ergänzt Casimir von Moltke, Associate Director Health & Benefits bei WTW.

61 Prozent der Arbeitgeber wollen ihren Mitarbeitenden mehr Wahlmöglichkeiten bieten. Noch stärker zeigt sich der Trend zur digitalen Unterstützung: 71 Prozent setzen auf Navigationshilfen und „Nudges“, um Mitarbeitende gezielt durch die Benefits-Angebote zu führen. „Ziel ist es, das Verständnis und die Nutzung von Benefits zu verbessern und so den subjektiv wahrgenommenen Nutzen zu steigern, ohne die Kosten ausufern zu lassen“, erklärt von Moltke.

Mehr als die Hälfte der Unternehmen (51 Prozent) priorisiert Maßnahmen, die Mitarbeitenden helfen, den größtmöglichen Nutzen aus bestehenden Leistungen zu ziehen. 56 Prozent investieren in Technologien, die die Employee Experience verbessern.


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Gesundheit und finanzielle Resilienz im Fokus

Die Weiterentwicklung der Benefits zielt vor allem auf das Wohlbefinden der Mitarbeitenden: 45 Prozent der Unternehmen setzen psychische Gesundheit an die Spitze ihrer Prioritäten, gefolgt von Altersvorsorge- und Gesundheitsleistungen (jeweils 36 Prozent). Maßnahmen zur finanziellen Resilienz gewinnen mit einem Anstieg um sechs Prozent an Bedeutung.

Unternehmen setzen zunehmend auf datenbasierte Steuerung und Prozessoptimierung. 62 Prozent planen, Technologielösungen und Automatisierung in der Benefits-Administration auszubauen. 36 Prozent wollen Kostenprognosen und Risikoanalysen nutzen, um die strategische Wirkung ihrer Benefits zu verbessern. Zudem investieren 37 Prozent in die Weiterbildung ihrer Benefits-Teams, vor allem in Datenanalyse und regulatorisches Know-how. „Die Benefits-Welt entwickelt sich rasant weiter. Unternehmen, die ihre Strategien proaktiv und datenbasiert ausrichten, können ihre Arbeitgeberattraktivität auch unter Budgetrestriktionen nachhaltig steigern“, sagt Blaschke.

Im März 2025 befragte WTW über 5.500 Unternehmen in 105 Ländern mit insgesamt mehr als 24 Millionen Mitarbeitenden zu ihren Benefits-Strategien. In Deutschland nahmen 107 Unternehmen mit rund 750.000 Beschäftigten teil.

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Sabine Hockling

Die Chefredakteurin Sabine Hockling hat WIR SIND DER WANDEL ins Leben gerufen. Die Wirtschaftsjournalistin und SPIEGEL-Bestsellerautorin beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit den Veränderungen unserer Arbeitswelt. Als Autorin, Herausgeberin und Ghostwriterin veröffentlicht sie regelmäßig Sachbücher – seit 2023 in dem von ihr gegründeten DIE RATGEBER VERLAG.