Deutsche Unternehmen wollen weniger Mitarbeitende einstellen. Das Ifo-Beschäftigungsbarometer sinkt auf den tiefsten Stand seit fünf Jahren. Entlassungen bleiben aus, doch der Aufbau neuer Stellen stagniert.
Deutsche Unternehmen drosseln ihre Personalplanung. Das zeigt das aktuelle Beschäftigungsbarometer des Ifo-Instituts, das im September auf 92,5 Punkte fiel – nach 93,8 Punkten im August. Damit erreicht der Indikator den tiefsten Stand seit fünf Jahren. „Weil der Aufschwung vorerst ausbleibt, treten viele Unternehmen in Personalfragen auf die Bremse“, erklärt Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen.
Der Rückgang des Barometers signalisiet eine wachsende Zurückhaltung bei der Personalpolitik. Zwar sieht das Institut keine Entlassungswellen, doch der Stellenabbau erfolgt laut Wohlrabe „schleichend“. Viele Unternehmen verzichten darauf, frei werdende Positionen neu zu besetzen. So verliert der Arbeitsmarkt an Schwung, ohne dass es zu drastischen Einschnitten kommt.
Arbeitsmarkt verliert an Dynamik
Besonders im Dienstleistungssektor zeigt sich die Zurückhaltung deutlich. Hier sank das Barometer spürbar, wie das Ifo-Institut berichtet. Erste Entlassungen gab es bereits in Transport und Logistik. Auch im Handel planen Unternehmen mit weniger Personal. In der Industrie fiel der Indikator leicht – vor allem Fahrzeug- und Maschinenbau agieren vorsichtig. Im Baugewerb bleibt die Lage hingegen stabil, hier zeigt sich kaum Veränderung.
Die Zahlen spiegeln die Unsicherheit der Konjunktur wider, die viele Branchen erfasst. Schwache Nachfrage, hohe Kosten und geopolitische Risiken belasten die Geschäftserwartungen. Unternehmen reagieren mit Vorsicht – nicht durch Massenentlassungen, sondern durch einen schrittweisen Abbau ihrer Personalpläne.
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Das Beschäftigungsbarometer des Ifo-Instituts basiert auf monatlichen Befragungen und gilt als Frühindikator für den Arbeitsmarkt. Ein sinkender Wert zeigt, dass weniger Unternehmen in den kommenden Monaten mit einem Personalaufbau rechnen. Der aktuelle Rückgang ist ein weiteres Zeichen für die schwächelnde Konjunktur – und für einen Arbeitsmarkt, der zwar stabil bleibt, aber an Dynamik verliert.

