Jede Zweite ist im Job unzufrieden

Frau steht im Schatten an Wand

Mit dem Job zufrieden sein? Das sollte zwar Standard sein, scheint aber für viele Berufstätige nur ein frommer Wunsch zu sein. Eine neue Sudie stellt fest: Der Frust bei der Arbeit ist weit verbreitet.

Das hat eine Umfrage des Meinungsforschungsinstitut YouGov in Zusammenarbeit mit Fiverr, einem Marktplatz für Freelancer, ergeben. Demnach ist die Hälfte der Befragten aktuell unzufrieden oder sogar unglücklich im Job. Und mehr als zwei Drittel (fast 70 Prozent) gab außerdem an, dass sie sich Sorgen über die Absicherung im Alter machten.

Befragt danach, warum der Frust über die aktuelle Arbeitssituation so groß ist, nannten besonders die Jüngeren bis 39 Jahre, dass Werte wie Selbstverwirklichung, Flexibilität bei Zeitsouveränität und auch die Möglichkeit für Remote Work bei ihren jetzigen Arbeitgebern kaum verwirklicht ist.

51 Prozent der Befragten würden gerne etwas an der beruflichen Situation ändern – die meisten wünschen sich andere Arbeitszeiten, die besser zu ihrem Leben passen. Sie haben es satt, ihr Leben rund um den Job zu organisieren. 13 Prozent sagten etwa, sie würden gern mehr (oder überhaupt) aus dem Homeoffice arbeiten.

Für viele Jüngere ist Selbstständigkeit eine Alternative

Interessant dabei ist: Es sind vor allem die Jüngeren, die am unzufriedensten mit den heutigen Rahmenbedingungen sind. Bei den unter 40-Jährigen wollen sogar 60 Prozent der Befragten etwas an der heutigen Situation ändern. Viele denken daher über einen Arbeitgeberwechsel nach. Zehn Prozent wollen sogar die Branche wechseln. Und gerade die Jüngeren betrachten den Schritt in die Selbstständigkeit als geeignete Alternative. Bei ihnen können sich 40 Prozent der Befragten vorstellen, sich selbstständig zu machen. Bei den Älteren sinkt diese Bereitschaft indes, sie bevorzugen die Festanstellung.

Vor allem fürchten die Befragten das damit verbundene Risiko. Und immerhin 27 Prozent glauben, dass die nötige Trennung zwischen Arbeit und Familienleben mit einem Wechsel in die Freiberuflichkeit aufgehoben würde. Hingegen sehen viele Jüngere die Selbstständigkeit gerade als eine Arbeitsform an, bei der eine bessere Vereinbarkeit möglich ist.

Kaum ein Unterschied zeigt sich aber bei der Sorge vor der Absicherung im Alter: Schon in der Festanstellung machen sind viele Gedanken darüber, ob die Rente reichen wird. Der Wechsel in die Selbstständigkeit erscheint vielen Befragten als noch riskanter in Bezug auf die Alterssicherung.

Für die Studie wurden mehr als 2.000 Männer und Frauen zwischen 18 und 75 Jahren befragt.

Tina Groll

Die Journalistin und Buchautorin Tina Groll arbeitet als Redakteurin bei ZEIT ONLINE im Ressort Politik & Wirtschaft. Ihre Schwerpunkte sind Gleichberechtigung in der Arbeitswelt, Frauen und Karriere, Arbeitsrecht, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik sowie Pflege.

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