Neue Ausbildungsinhalte lohnen sich. In Berufen, die stark vom technologischen Wandel geprägt sind, verdienen Berufseinsteiger bis zu 5,5 Prozent mehr.
Moderne Ausbildungspläne bereiten Berufseinsteiger messbar besser auf den technologischen Wandel vor – und steigern direkt ihr Einkommen. Das zeigt eine neue Studie des ifo Instituts. Beschäftigte, die nach aktualisierten Ausbildungsordnungen gelernt haben, verdienen im Schnitt mehr als Fachkräfte mit älteren Ausbildungsinhalten. Besonders in Berufen, die der technologische Wandel stark verändert, liegt der Lohnvorteil laut Studie bei bis zu 5,5 Prozent.
Digitale Technologien verändern Arbeitsabläufe und Anforderungen in vielen Berufen. Werden Aktualisierte Ausbildungsordnungen legen deshalb mehr Wert auf Fähigkeiten, die in einer digitalisierten Arbeitswelt gefragt sind – etwa auf weniger routinierte Aufgaben und mehr Anpassungsfähigkeit. Solche Anpassungen helfen Beschäftigten, neue Technologien produktiv zu nutzen und neue Tätigkeiten zu übernehmen, statt durch Automatisierung oder veränderte Prozesse ins Abseits zu geraten.
- Ausbildung am Scheideweg: Warum jetzt ein Kurswechsel nötig ist
- Ausbildung ohne Vorurteile: Faire Chancen sind kein Luxus
- Immer mehr Jugendliche verzichten auf eine Ausbildung
Ältere Beschäftigte geraten unter Druck
Die Studie zeigt auch: Innerhalb eines Berufs verschieben sich die Chancen. Während Berufseinsteiger von den neuen Inhalten profitieren, geraten ältere Beschäftigte unter Druck, wenn besser qualifizierte Jüngere auf den Arbeitsmarkt drängen. Das ifo Institut beobachtet, dass ältere Fachkräfte dann oft Einkommenseinbußen hinnehmen müssen. Der technologische Fortschritt verteilt Chancen und Risiken also nicht gleichmäßig, sondern verschiebt sie zwischen den Generationen.
Für Bildungspolitik und Sozialpartner ergibt sich daraus eine klare Aufgabe: Ausbildungsordnungen müssen zügig an den technischen Fortschritt angepasst werden, damit Berufseinsteiger den Wandel nicht nur bewältigen, sondern in höhere Produktivität und bessere Löhne übersetzen können. Gleichzeitig gilt es, Beschäftigte mit älteren Qualifikationen beim Übergang zu unterstützen – etwa durch gezielte Weiterbildung. Nur so lässt sich verhindern, dass die Modernisierung der Ausbildung die Kluft zwischen neuen und etablierten Fachkräften vergrößert.

