Trotz positiver Arbeitserfahrungen fehlt vielen Deutschen ein klarer Karrierekompass: Nur 42 Prozent sehen ihren Job als Teil eines größeren Plans; wirtschaftliche Unsicherheit sowie technologische Veränderungen sorgen für zusätzliche Spannungen. Unternehmen sind gefordert, durch gezielte Unterstützung und Flexibilität Perspektiven zu schaffen, um Talente langfristig zu binden.
Viele Beschäftigte in Deutschland erleben ihren Arbeitsalltag positiv. Doch bei Karriereplanung, Sicherheit und Zukunftschancen zeigt sich ein anderes Bild: Nur 42 Prozent sehen ihren aktuellen Job als Teil eines größeren Karriereplans, und lediglich 32 Prozent haben konkrete Vorstellungen für ihren nächsten beruflichen Schritt. Das ergab eine Befragung im Rahmen des Global Talent Barometer 2025 der ManpowerGroup. Die Daten basieren auf Antworten von über 1.000 Erwerbstätigen in Deutschland zu Themen wie Entwicklung, Unsicherheit und Wandel im Berufsleben.
Zwei Drittel der Befragten (65 Prozent) fühlen sich in der Lage, ihre berufliche Laufbahn selbst zu steuern. Doch 26 Prozent empfinden wenig oder gar keine Kontrolle über ihre Karriere. Nur 7 Prozent geben an, vollständig über ihren Werdegang zu bestimmen. “Diese Zahlen zeigen: Trotz positiver Tendenzen bleibt das Thema Karrieregestaltung für viele ein Balanceakt zwischen Eigeninitiative und äußeren Rahmenbedingungen. Vielen Menschen fehlt ein klarer Kompass im Berufsleben”, sagt Dirk Brehm, Head of Manpower Convenience. “Hier können Unternehmen ansetzen – indem sie z.B. während Firmentransformationen, bei der Automatisierung oder der Einführung von KI-Tools Orientierung bieten, Perspektiven schaffen und ihre Mitarbeitenden gezielt bei der beruflichen Entwicklung unterstützen.”
Zwischen Aufbruch und Anspannung
Gefragt nach den größten Risiken für ihre berufliche Zukunft, nannten die Befragten vor allem wirtschaftliche Unsicherheit (31 Prozent), Restrukturierungen (21 Prozent) und die Angst vor Verdrängung durch KI und Technologie (14 Prozent). Gleichzeitig glauben 32 Prozent, dass ihre Karriere nicht bedroht ist. Zwei Drittel (62 Prozent) sehen technologischen Wandel gelassen, während 34 Prozent befürchten, dass ihr Job in den nächsten zwei Jahren durch Technologie ersetzt werden könnte.
Veränderungsbereitschaft ist vorhanden: 40 Prozent der Befragten haben in den letzten sechs Monaten eine Weiterbildung, ein Training oder eine Schulung absolviert. 46 Prozent wurden im Unternehmen gecoacht oder gefördert. Das Meinungsbild zur Arbeitssituation bleibt zwiespältig: 64 Prozent sind mit ihrem Gehalt zufrieden, 70 Prozent fühlen sich regelmäßig oder oft erfüllt. Doch 22 Prozent erleben dies nur selten. Während sich 71 Prozent auf ihren Arbeitstag freuen, graut es 18 Prozent regelmäßig vor dem Gang ins Büro.
Stressfaktoren: Workload, Wertschätzung, Flexibilität
Der Umfrage zeigt weitere Sorgen: 37 Prozent fürchten, dass ihre Arbeitsbelastung die Work-Life-Balance gefährdet. 36 Prozent fühlen sich nicht ausreichend wertgeschätzt. 33 Prozent wünschen sich flexiblere Arbeitszeiten, 32 Prozent mehr Freiheit bei der Wahl des Arbeitsortes. Zudem befürchten 27 Prozent, dass ihr Unternehmen technologisch nicht mit der Branche Schritt hält. “Heute zählen längst nicht mehr nur Position oder Gehalt. Viele Menschen arbeiten gerne – aber sie wünschen sich mehr Klarheit, wenn es um ihre Zukunft geht. Sie wünschen sich Anerkennung, Mitgestaltung und sinnstiftende Aufgaben”, kommentiert Dirk Brehm. Unternehmen müssten gezielte Entwicklungsmöglichkeiten, Flexibilität und Perspektiven bieten. “Denn wer Sicherheit gibt, bindet Talente – und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit. Genau hier setzen wir als ManpowerGroup mit unseren Marken in der Beratung der Unternehmen an – über datenbasierte Insights, gezielte Weiterbildungsprogramme und strategische Beratung entlang der gesamten HR-Wertschöpfungskette unterstützen wir sie dabei, auch in unsicheren Zeiten zukunftsfähige Arbeitsumfelder zu schaffen.”
