Mehr Väter nehmen Elternzeit

Eltern gehen mit Kind am Arm spazieren

Mit einem Väteranteil von 30 Prozent war Sachsen 2020 Spitzenreiter unter den Bundesländern, gefolgt von Bayern und Berlin. Am niedrigsten lag der Väteranteil im Saarland und Bremen.

Der Weg zur Gleichberechtigung ist lang – auch wenn 2020 der Anteil der Männer, die Elternzeit genommen haben, wieder leicht gestiegen ist. Denn von einer gleichen Aufteilung der Sorgearbeit um den Nachwuchs sind wir in Deutschland noch weit entfernt. Neue Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen nämlich, dass der Zuwachs nur gering war. Demnach stieg der Anteil der Väter in Elternzeit mit Elterngeldbezug um 1,4 Prozent auf 462.000. Der Väteranteil ingesamt unter den Elterngeldbeziehenden liegt damit bei 25 Prozent und nicht bei 50 Prozent, wie es eigentlich sein sollte, würden sich Familien die Arbeit fair aufteilen.

Auch kommt noch dazu, dass Männer überwiegend nur den kleineren Teil der Elternzeit in Anspruch nehmen: Während Frauen im Schnitt 14,5 Monate Elterngeld bezogen oder beziehen wollten, waren es bei den Männern 3,7 Monate. Diese Verteilung sei in den vergangenen Jahren praktisch konstant geblieben, so das Statistische Bundesamt.

Sachsen gehen am häufigsten in Elternzeit

Mit einem Väteranteil von 30 Prozent war Sachsen 2020 Spitzenreiter unter den Bundesländern, gefolgt von Bayern und Berlin mit je 27,2 Prozent. Am niedrigsten lag der Väteranteil im Saarland mit 19,1 Prozent und Bremen mit 20,7 Prozent. Insgesamt sank die Zahl von Frauen und Männern, die Elterngeld erhielten allerdings. 1,9 Millionen Eltern bezogen im vergangenen Jahr die Lohnersatzleistung, ein Rückgang um 0,2 Prozent. Allerdings sank auch die Zahl der Geburten leicht.

Dafür ist das sogenannten Elterngeld Plus, bei dem die Familien die Lohnersatzleistung zwar in geringerer Höhe, dafür aber länger erhalten und nebenbei wieder erberbstätig sind, anscheinend etwas attraktiver geworden. Immerhin hatte hier die Bundesregierung auch nachgebessert. Rund 552.000 Frauen und Männer entschieden sich vergangenes Jahr dafür, das waren 1,8 Prozent mehr als im Jahr 2019.

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