Wann kommt das Recht auf Nichterreichbarkeit?

Frau entspannt im Pool

Der Stress in der Pandemie war und ist für viele unermesslich. Eine große Mehrheit der Menschen hält nun ein Recht auf Nichterreichbarkeit für wichtig.

E-Mails vor dem Einschlafen lesen, nach dem Aufwachen gleich als erstes die Job-Nachrichten scannen, seit Monaten das Dauer-Home-Office – die Grenze zwischen Job und Privatleben verschwimmen. Immer mehr Menschen sind daher enorm gestresst und ausgelaugt – nicht nur wegen der Pandemie.

Damit es endlich wieder klare Grenzen zwischen Job und Privatleben gibt, wünschen sich viele ein Recht auf Nichterreichbarkeit, so eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Appinio im Auftrag des Magazins t3n. Demnach unterstützten acht von zehn Befragten eine entsprechende Regelung. Dabei befürworten Frauen eine Nichterreichbarkeit etwas stärker als Männer. Kein Wunder: Sie sind viel häufiger für berufliche Belange erreichbar.

Jüngere Berufstätige sind häufiger erreichbar

64,4 Prozent der Frauen gaben an, auch nach Feierabend noch für Kolleginnen und Kollegen ansprechbar zu sein – unter den Männern waren es mit 59,8 Prozent etwas weniger. Generell zeigt sich auch: Die Jüngeren sind viel häufiger erreichbar – möglicherweise auch, weil sie öfter von einer Befristung betroffen sind.

Unter den 25- bis 34-Jährigen halten 43 Prozent ein entsprechendes Gesetz für wichtig, unter den 35- bis 44-Jährigen sind es 47 Prozent, bei den 45- bis 54-Jährigen ist es die Hälfte. Für die Untersuchung befragte das Meinungsforschungsinstitut Appinio insgesamt 1.000 Berufstätige in Deutschland. Die Ergebnisse sind laut t3n repräsentativ.

Tina Groll

Die Journalistin und Buchautorin Tina Groll arbeitet als Redakteurin bei ZEIT ONLINE im Ressort Politik & Wirtschaft. Ihre Schwerpunkte sind Gleichberechtigung in der Arbeitswelt, Frauen und Karriere, Arbeitsrecht, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik sowie Pflege.

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