Einkommensgefälle – auch in den Dax-Chefetagen

Männerbeine auf Straße

Das Einkommengefälle in den Chefetagen der Dax-Konzerne ist enorm. Man könnte glatt von einem großen sozialen Gefälle sprechen.

Bestbezahlter Manager der Dax-Konzerne war einer dpa-Auswertung von Vorstandsbezügen der CEO des Linde-Konzerns. Steve Angel bekam 2020 umgerechnet gut 47 Millionen Euro. Damit verdiente der US-Manager mehr als das Zwanzigfache des SAP-Vorstandsvorsitzenden Christian Klein. Dieser war quasi der am schlechteste bezahlte CEO und bekam “nur” 2,2 Millionen, obwohl der Nettogewinn des Softwareherstellers mit über fünf Milliarden Euro dreimal so hoch ausfiel wie bei Linde.

Einkommenseinbußen wegen Corona

Die dpa-Analyse zeigt jedoch auch, dass die Spitzenmanagerinnen und -manager Einkommenseinbußen wegen Corona hatten. So war das Einkommen von 15 Dax-Chefs gesunken: Adidas-CEO Kasper Rorsted etwa verdiente 3,5 Millionen Euro weniger. Und Munich Re-Vorstandschef Joachim Wenning büßte im Vergleich zum Vorjahr 2,3 Millionen ein. In Summe stieg das Einkommen der CEOs zwar von 194 auf knapp 242 Millionen Euro, doch ist das allein auf zwei Ausreißer zurückzuführen: Angel und den Zweitplatzierten Niklas Östberg. Der Chef des verlustreichen Lieferdiensts Delivery Hero verdiente 45,7 Millionen, im Jahr zuvor waren es nur  350.000 Euro gewesen.

Tina Groll

Tina Groll arbeitet hauptberuflich als Redakteurin bei ZEIT ONLINE im Ressort Politik & Wirtschaft. 2008 zeichnete sie das Medium Magazin als eine der “Top 30 Journalisten unter 30 Jahren“ aus. Sie ist Mitglied im Deutschen Presserat sowie als Vorsitzende der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union tätig. Als Autorin von WIR SIND DER WANDEL beschäftigt sie sich mit der Arbeitsmarkt-, Sozial- und Gesundheitspolitik.