Führungsfrauen steigern den Unternehmenswert

Frau mit Handy in der Hand

Bemerkenswert: Eine aktuelle Studie stellt fest, dass sich das Ausscheiden von Top-Managerinnen im Aktienwert der Unternehmen negativ bemerkbar macht, berichtet Wirtschaftspsychologie aktuell.

Konkret geht es um eine Untersuchung der Universität Hongkong und der Technischen Universität München, die Daten von rund 3.000 Managerinnen und Managern in Vorständen oder Aufsichtsräten aus 53 Ländern ausgewertet hatten. Demnach sank der Unternehmenswert spürbar (im Schnitt um zwei Prozent), wenn die Führungsfrau aus dem Unternehmen ausschied – der Aktienwert blieb aber stabil, wenn ein Manager ausschied. Die Daten berücksichtigen dabei vor allem ein Ausscheiden wegen Tod oder Krankheit und nicht etwa einen Rücktritt.

Verrückt dabei auch: Je weniger Frauen in der Unternehmensspitze, desto deutlicher war das Absinken des Aktienkurses nach dem Ausscheiden der Managerin (drei statt zwei Prozent im Schnitt). Die Autoren vermuten, dass die Frauen in den männerdominierten Führungsgremien in der Regel einen härteren Auswahlprozess hinter sich hatten und ihnen entsprechend ein leistungsfähiges Image anhing.

Leistungsfähiges Image

Es ist zu vermuten, dass nicht nur das Image der Frauen zu der Bewertung beiträgt, sondern auch die Tatsache, dass sie qua Geschlecht (Exotinnenstatus) stärker als Person im Fokus stehen. Und ihnen ein entsprechender Wert zugeschrieben wird. Allerdings lässt sich das Ergebnis auch negativ interpretieren: Denn das Ausscheiden einer Top-Führungsfrau stellt insofern auch ein Risiko dar, während ein Mann offenbar kein so starkes Risiko für den Unternehmenswert darstellt.

So oder so tun Unternehmen gut daran, für mehr Frauen an der Spitze zu sorgen, dann fällt auch das Ausscheiden einer Top-Chefin weniger stark ins Gewicht.

Tina Groll

Die Journalistin und Buchautorin Tina Groll arbeitet als Redakteurin bei ZEIT ONLINE im Ressort Politik & Wirtschaft. Ihre Schwerpunkte sind Gleichberechtigung in der Arbeitswelt, Frauen und Karriere, Arbeitsrecht, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik sowie Pflege.

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