Kontrolle macht glücklich und stolz

Frau springt mit Regenschirm in die Luft

Die Corona-Krise zeigt: Situationen, die man nicht kontrollieren kann, werden auf Dauer als schwierig und belastend empfunden. Kann man den Verlauf hingegen beeinflussen, steigert dies das Wohlbefinden.

Herausgefunden haben das Forschende der Universität in Lübeck. Demnach machen aber erst echte Erfolge, die man selbst auf eigene Handlungen und Fähigkeiten zurückführt, wirklich glücklich. Wer den Eindruck hat, Situationen durch eigenes Handeln und Selbstwirkung steuern zu können, strengt sich mehr an. Zudem sinkt das Risiko eine Depression zu entwickeln.

Handlungsspielraum ist entscheidend

Für die Studie wurden mit fast 130 Versuchspersonen Experimente gemacht. Die Probanden und Probandinnen sollten Aufgaben lösen, die als unterschiedlich kontrollierbar wahrgenommen, aber gleichermaßen belohnt wurden. Bei der ersten Aufgabe sollte ein Knopf gedrückt werden, welcher eine zufällige Lotterie auslöste. In einem anderen Test wetteten die Versuchsteilnehmenden auf eine von zwei Seiten einer Münze. Und in einer dritten sollten die Teilnehmenden unter verschiedenen Feldern das hellste heraussuchen – hier hatten sie es also ein bisschen selbst in der Hand, die Aufgabe zu lösen.

Zwischendurch wurden sie befragt, wie zufrieden sie waren und ob sie den Eindruck hatten, das Geschehen kontrollieren zu können. Am ehesten stellte sich das Gefühl der Kontrolle ein, wenn der Gewinn von eigenen Fähigkeiten abhing. Die Studienautoren schlussfolgern daher, dass das Erleben von Stolz dazu beitragen kann, dass Menschen herausfordernde Umgebungen aufsuchen, die sie auch als kontrollierbar empfinden.

Tina Groll

Die Journalistin und Buchautorin Tina Groll arbeitet als Redakteurin bei ZEIT ONLINE im Ressort Politik & Wirtschaft. Ihre Schwerpunkte sind Gleichberechtigung in der Arbeitswelt, Frauen und Karriere, Arbeitsrecht, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik sowie Pflege.

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