Dürfen Chefs Whistleblowern kündigen?

Frau auf Rolletreppe

Korruption in Unternehmen ist auch in Deutschland ein Thema. Aufgedeckt werden allerdings nur die wenigsten Straftaten, denn viele Mitarbeiter befürchten ihre Kündigung, sollten sie Behörden darüber informieren. Doch dürfen Chefs in solchen Fällen die Kündigung aussprechen?

Bis vor einigen Jahren riskierten Mitarbeiter, die Missstände oder gar Straftaten ihrer Arbeitgeber nach außen trugen, in Deutschland eine verhaltensbedingte Kündigung. Arbeitsrichter sahen in diesem Verhalten der sogenannten Whistleblower – diejenigen, die den Arbeitgeber „verpfeifen“ – eine Verletzung der Loyalitätspflicht.

Whistleblower nehmen ihre staatsbürgerlichen Reche wahr

Das hat sich mittlerweile geändert. Stellt ein Mitarbeiter heute fest, dass sein Vorgesetzter schwere Straftaten begeht bzw. nicht für Abhilfe sorgt, kann er gegen ihn Strafanzeige erstatten. Er muss also nicht die fristlose Kündigung befürchten, wenn er nicht Rücksicht auf die Interessen seines Arbeitgebers nimmt.

Denn zeigen Mitarbeiter Vorgesetzte bei der Strafverfolgungsbehörde an, nehmen sie „nur“ ihre staatsbürgerlichen Rechte wahr, auch, wenn sie dafür Geschäftsgeheimnisse preisgeben. Sie sollten sich dann aber wirklich sicher sein, dass ihre Beobachtungen tatsächlich zutreffen!

 

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„Die Ratgeber“ übernehmen keine Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit der über uns verbreiteten Rechtsinhalte. Insbesondere ersetzten die Beiträge grundsätzlich nicht eine fachkundige Rechtsberatung.


 

Sabine Hockling

Seit vielen Jahren schreibt die Wirtschaftsjournalistin und SPIEGEL-Bestsellerautorin u.a. für die Medien ZEIT ONLINE, ZEIT Spezial, SPIEGEL ONLINE und Brigitte über die Themen Management, Arbeitsrecht und Digitalisierung. Als Autorin, Herausgeberin und Ghostwriterin veröffentlicht sie regelmäßig Wirtschaftsbücher.

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