Nach einer langen Krankheit schaffen es Beschäftigte oft nicht, direkt wieder einen 8-Stunden-Tag zu bewältigen. Müssen sie trotzdem sofort voll einsteigen?
Ob Krebserkrankung, Burnout, ein schwerer Knochenbruch mit Reha oder eine langwierige Viruserkrankung: Wer nach einer langen Krankheitsphase zurückkehrt, ist meist nicht fit genug für den vollen Arbeitstag. Deshalb gibt es Programme wie das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM), die den Wiedereinstieg erleichtern.
Den Auftakt bildet das Krankenrückkehrgespräch im Rahmen des BEM. Hier besprechen Unternehmen und Beschäftigter gemeinsam, wie der stufenweise Wiedereinstieg aussehen soll. Das kann in einem persönlichen Gespräch oder per Fragebogen geschehen.
- Können Mitarbeitende ihren Job verlieren, wenn sie ständig krank sind?
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Ein persönliches Gespräch ist sinnvoller
Ein persönliches Gespräch bietet meist mehr Vorteile als ein Fragebogen. Es klärt nicht nur, warum die Abwesenheit so lange dauerte, sondern auch, welche Maßnahmen am Arbeitsplatz helfen können, eine erneute Erkrankung zu vermeiden. Besonders wichtig ist das, wenn die Ursache im Betrieb lag – etwa durch einen Arbeitsunfall, Mobbing oder Burnout. Mitarbeitende müssen jedoch keine Auskunft über die Gründe ihrer Krankheit geben, da solche Fragen ihr Persönlichkeitsrecht verletzen.
Trotzdem ist es oft besser, offen zu sagen, was am Arbeitsplatz belastet und krank gemacht hat. Wer alte Probleme verschweigt, riskiert, erneut daran zu erkranken. Besteht jedoch eine Ansteckungsgefahr für Kolleg:innen, muss der Mitarbeitende die Wahrheit sagen. Gibt es im Unternehmen einen Betriebsrat, muss dieser über das Gespräch informiert werden. Der Betriebsrat hat Mitspracherecht und kann ein Mitglied zum Gespräch begleiten.
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