Was tun, wenn man rassistischen Sprüchen ausgesetzt ist?

Eine Gruppe von Menshen auf dem Weg zur Arbeit

Wer den rassistischen Äußerungen seiner Kollegen ausgesetzt ist, sollte unbedingt handeln. Unterstützung leisten müssen dabei Betriebsrat und Arbeitgeber, dazu sind sie verpflichtet.

Zunächst können Betroffene das Gespräch mit den jeweiligen Personen suchen. Ist das nicht möglich oder nicht erfolgreich, ist es sinnvoll, andere Kollegen mit ins Boot zu nehmen, sie also darüber zu informieren, dass man dieser Diskriminierung ausgesetzt ist.

Stoppt auch diese moralische Unterstützung nicht den oder die diskriminierenden Kollegen, sollte als nächstes der Betriebsrat eingeschaltet werden. Der nämlich ist laut § 80 des Betriebsverfassungsgesetztes (BetrVG) dazu verpflichtet, die Integration ausländischer Mitarbeitenden im Unternehmen und das Verhältnis zwischen ausländischen und deutschen Beschäftigten zu fördern.

Das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verpflichtet, Maßnahmen einzuleiten

Bei schwerwiegenden Fällen kann der Betriebsrat auch vom Unternehmen die Kündigung des diskriminierenden Beschäftigten fordern. Verfügt der Betrieb nicht über einen Betriebsrat, sollten Betroffene ihren Arbeitgeber informieren, denn er ist nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verpflichtet, Maßnahmen einzuleiten, die die Diskriminierung stoppen.

Hilft all das nicht, bleibt Betroffenen nur der Gang zur Gewerkschaft, der lokalen Presse und/oder lokalen Organisationen, die sich die Integration auf die Fahnen geschrieben haben.

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Cover Was Chefs nicht dürfen (und was doch)

 

Was Chefs nicht dürfen – und was doch
von Sabine Hockling und Ulf Weigelt
Ullstein Verlag (2. Auflage, Juni 2017)
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ISBN 978-3-548-37694-3

 


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Sabine Hockling

Seit vielen Jahren schreibt die Journalistin und SPIEGEL-Bestsellerautorin u.a. für die Medien ZEIT ONLINE, ZEIT Spezial, SPIEGEL ONLINE über die Themen Management, Arbeitsrecht und Digitalisierung. Als Autorin, Herausgeberin und Ghostwriterin veröffentlicht sie regelmäßig Sachbücher.