Mittelstand verschläft Digitalisierung

Ansammlung von Menschen

Die Pandemie hat zu deutlich mehr Digitalisierung geführt. Nur im Mittelstand gibt es weiter Nachholfbedarf, so eine Untersuchung der staatlichen Förderbank KfW.

Zwar gab es in der Corona-Krise einen Digitalisierungsschub im deutschen Mittelstand. Komplexere Digitalisierungsprojekte gibt es aber weiterhin zu wenig. Dabei stützt sich die KfW-Untersuchung auf Daten vom Herbst letzten Jahres. Bis dahin haben den Ergebnissen zufolge 35 Prozent der 3,8 Millionen kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland ihre Digitalisierung ausgeweitet. Aber gleich so viele Unternehmen haben das noch nicht getan. Sechs Prozent haben ihre Bemühungen sogar wieder reduziert.

Risiko eines Cyberkrieg erheblich gestiegen

Der Digitalisierungsschub habe im Verlauf der Pandemie zwar zugenommen. Einer der Treiber sei die Erwartung im Mittelstand, dass sich die Nachfrage auch dauerhaft in Richtung digitaler Angebote und Vertriebswege wandelt. Was 30 Prozent der Firmen für wahrscheinlich hielten, weitere 33 Prozent stimmten dieser Aussage teilweise zu.

Trotzdem gibt es weiter Handlungsbedarf. Das zeigt letztlich auch der aktuelle Krieg von Russland gegen die Ukraine, mit dem das Risiko eines Cyberwars erheblich gestiegen ist. So wies die KfW darauf hin, dass umfassendere Digitalisierungsprojekte wie eine stärkere Verknüpfung von IT in den Betrieben oder die Umorganisation von Arbeitsschritten nur von 22 bis 31 Prozent der Unternehmen vorangetrieben worden seien.

Tina Groll

Die Journalistin und Buchautorin Tina Groll arbeitet als Redakteurin bei ZEIT ONLINE im Ressort Politik & Wirtschaft. Ihre Schwerpunkte sind Gleichberechtigung in der Arbeitswelt, Frauen und Karriere, Arbeitsrecht, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik sowie Pflege.