Mehr weibliche Vorstände in Deutschland

Ein Schild weist auf Männer und Frauen hin

Nur jeder elfte Vorstandsposten in einem der 160 börsennotierten Unternehmen in Deutschland ist mit einer Frau besetzt. Das stellt eine neue Untersuchung der Unternehmensberatung EY fest. Zwar mag die Zahl gering erscheinen, tatsächlich handelt es sich aber um eine Zunahme.

Frauen sind weiterhin die Ausnahme an der Spitze von Börsenkonzernen. Der Studie zufolge stehen aktuell 64 Managerinnen 633 männlichen Kollegen gegenüber. Und immer noch sind viele Firmen an der Spitze gänzlich frauenfrei. Zwei Drittel der 160 börsennotierten Konzerne haben keine einzige Frau im Vorstand.

Trotzdem hat sich schon etwas getan. Allein 2019 übernahmen hierzulande sechs neue Frauen einen Vorstandsposten in einem börsennotierten Unternehmen. Neben der ehemaligen Aufsichtsrätin Martina Merz, die bei ThyssenKrupp in den Vorstand wechselte, gibt es unter anderem bei den Firmen DIC Asset und HHLA weibliche Vorstände.

30 Prozent-Quote erst 2048

Vor fünf Jahren lag der Frauenanteil nur bei fünf Prozent. Jedoch reicht der Zuwachs kaum aus. Ginge es in diesem Tempo weiter, wäre eine 30 Prozent-Quote erst 2048 erfüllt. Im Dax gehört der Untersuchung zufolge 77 Prozent der Vorstände mindestens eine Frau an. Etwas schlechter sieht es im MDax und SDax aus.

Tina Groll

Die Journalistin und Buchautorin Tina Groll arbeitet als Redakteurin bei ZEIT ONLINE im Ressort Politik & Wirtschaft. Ihre Schwerpunkte sind Gleichberechtigung in der Arbeitswelt, Frauen und Karriere, Arbeitsrecht, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik sowie Pflege.

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