Deutsche sitzen täglich über 9 Stunden

Mehrere Personen sitzen vereinzelt an Tischen

Die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage zeigen: Die Zeit, die die Menschen in Deutschland im Sitzen verbringen, nimmt stetig zu – und damit auch die Gesundheitsrisiken.

Ein Durchschnitt von 9,2 Stunden täglich wurde festgestellt, das ist eine Steigerung von einer halben Stunde im Vergleich zu 2021 während der Pandemie. Diese Befragung ist Teil eines Reports, der von der Deutschen Sporthochschule Köln und der Deutschen Krankenversicherung (DKV) erarbeitet und kürzlich veröffentlicht wurde.

Cover für Überall, nur nicht im BüroDer Kölner Sportwissenschaftler Ingo Froböse, einer der Verfasser des Reports, betont die wachsende Tendenz des Sitzverhaltens in Deutschland: “Die Deutschen sitzen von Jahr zu Jahr immer länger.” Die gesundheitlichen Risiken des ausgedehnten Sitzens sind nicht zu unterschätzen. So kann langes Sitzen das Risiko für Krankheiten wie Typ-2-Diabetes, Adipositas und Bluthochdruck signifikant erhöhen.

Wer lange sitzt, ist früher tot

Insgesamt 2.800 Erwachsene wurden im Rahmen des DKV-Reports 2023 „Wie gesund lebt Deutschland?“ telefonisch befragt. Dabei standen verschiedene Aspekte im Fokus: körperliche Aktivität, Ernährung, Alkohol- und Tabakkonsum sowie das individuelle Stressempfinden. Nur 17 Prozent der Befragten erreichten die Zielwerte für ein ganzheitlich gesundes Leben in allen untersuchten Kategorien.

Wir sind der Wandel-NewsletterInteressanterweise interpretieren die Autorinnen und Autoren des Reports die diesjährigen Ergebnisse auch im Kontext der „Normalisierung nach der Corona-Zeit“. Es gibt Anzeichen dafür, dass sich manche Gesundheitsgewohnheiten der Deutschen nach den besonderen Herausforderungen der Pandemie wieder zum Positiven wenden. Dennoch bleibt die steigende Dauer des Sitzens ein alarmierendes Signal und ruft zur Reflexion und möglichen Veränderungen im Alltagsverhalten auf.

Tina Groll

Tina Groll arbeitet hauptberuflich als Redakteurin bei ZEIT ONLINE im Ressort Politik & Wirtschaft. 2008 zeichnete sie das Medium Magazin als eine der “Top 30 Journalisten unter 30 Jahren“ aus. Sie ist Mitglied im Deutschen Presserat sowie als Vorsitzende der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union tätig. Als Autorin von WIR SIND DER WANDEL beschäftigt sie sich mit der Arbeitsmarkt-, Sozial- und Gesundheitspolitik.