Eine neue YouGov-Umfrage offenbart deutliche Unterschiede im Homeoffice: Viele Beschäftigte gönnen sich private Pausen, doch Deutsche arbeiten vergleichsweise diszipliniert. In Frankreich geht am meinen Zeit verloren.
In Europa nehmen es viele Beschäftigte im Homeoffice mit der Arbeitszeit nicht so genau. Das zeigt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag des Onlinehändlers Galaxus. Rund 80 Prozent der befragten Beschäftigten aus fünf europäischen Ländern geben zu, während der Arbeitszeit gelegentlich private Dinge zu erledigen. Die Ergebnisse basieren auf den Antworten von Personen, die tatsächlich im Homeoffice arbeiten – ihr Anteil variiert je nach Land deutlich.
Besonders locker gehen die Franzosen mit der Arbeitszeit um. Laut Umfrage räumen 17 Prozent ein, täglich mehr als zwei Stunden im Homeoffice nicht zu arbeiten. Stattdessen surfen sie in sozialen Netzwerken, telefonieren privat, kaufen online ein oder treiben Sport. Damit führt Frankreich den Vergleich der fünf Länder an. In Deutschland hingegen geben nur sechs Prozent an, so viel private Zeit während der Arbeit zu nutzen.
Kurze private Pausen
Anders sieht es bei jenen aus, die behaupten, im Homeoffice keine Arbeitszeit für Privates zu verwenden. In Deutschland sagen das 31 Prozent – ein vergleichsweise hoher Wert. Weitere 36 Prozent geben an, täglich höchstens 30 Minuten für private Tätigkeiten aufzuwenden. Ähnlich zurückhaltend äußern sich Beschäftigte aus Österreich und der Schweiz. Auch dort ist der Anteil derjenigen groß, die nur minimale private Unterbrechungen einräumen.
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In Frankreich und Italien zeigt sich ein anderes Bild. Nur zehn Prozent der Befragten dort behaupten, im Homeoffice keinerlei private Tätigkeiten zu erledigen. Die Mehrheit gesteht zumindest kurze private Pausen ein. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass kulturelle oder strukturelle Unterschiede den Umgang mit Homeoffice und Arbeitsdisziplin prägen.
Im Homeoffice fließen Arbeit und Privates für viele ineinander
Insgesamt befragte YouGov 5.125 repräsentativ ausgewählte Personen in Europa, darunter 1.041 aus Deutschland. Laut Galaxus spiegeln die Ergebnisse ausschließlich das Verhalten jener wider, die tatsächlich im Homeoffice arbeiten. Auffällig ist, dass der Anteil der Homeoffice-Beschäftigten in Frankreich besonders hoch ist, während er in Deutschland am niedrigsten ausfällt. Das könnte die Unterschiede in den Antworten erklären.
Die Studie zeigt nicht nur, wie individuell Beschäftigte ihren Arbeitsalltag gestalten, sondern auch, wie unterschiedlich das Homeoffice in europäischen Arbeitskulturen verankert ist. Während in einigen Ländern eine flexible Haltung dominiert, wirken Beschäftigte in Deutschland, Österreich und der Schweiz zurückhaltender. Ob das an strengere Regeln, anderen Erwartungen der Arbeitgeber oder persönlichen Einstellungen liegt, bleibt offen. Klar ist: Das Homeoffice bleibt ein Ort, an dem Arbeit und Privates für viele ineinanderfließen.

