„Wer will, findet Wege!“

Marie-Hélène Schneider

Marie-Hélène Schneider liebt Herausforderungen. Daher verwundert es nicht, dass die gebürtige Elsässerin schon immer in einer Branche arbeiten wollte, die zum Schutz der Umwelt beiträgt und die Natur schont.

Marie-Hélène Schneider, Geschäftsführerin der ALBA Nordbaden, lebt nach dem Motto: Wer will, findet Wege! Eine Devise, die ihr bei ihrer Position bei ALBA, einem Spezialisten für Recycling, Entsorgung und Wertstoffmanagement, weiterhilft. Wenn sie könnte, wie sie wollte, würde sie neue Wege für das Recycling von Produkten erfinden. Da ihr hierfür das nötige Chemie-Know-how fehlt, konzentriert sich die zweifache Mutter auf das Energiemanagement.

 

die Chefin: Warum machen Sie, was Sie machen?

Marie-Hélène Schneider: Ich habe schon immer gerne mit Menschen zu tun gehabt und Verantwortung übernommen – das ist mein wichtigster Antrieb. Die Umweltbranche bringt mir zusätzlich das Gefühl, auch etwas für die Gesellschaft zu tun. Dabei ist es eine tägliche Herausforderung, die Wünsche und Anforderungen unserer Kunden zu erfüllen. Das absolute Horror-Szenario ist daher ein verärgerter Bürger oder Gewerbebetrieb, der kurz vor dem Produktionstopp steht. Deshalb ist es unglaublich wichtig, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gut zusammenarbeiten, Prozesse und Systeme ineinander greifen sowie die Digitalisierung der Prozesse voranzutreiben. Diese Herausforderungen begleiten mich seit Jahren, machen mir aber auch sehr viel Spaß.

die Chefin: Wurden Sie auf Ihrem Weg unterstützt?

Schneider: Ich wurde und werde aus unterschiedlichen Richtungen unterstützt: Von Kunden, die mir ihr Vertrauen schenken. Von Kollegen, die ihr Fachwissen mit mir teilen. Von Vorgesetzten, die mich vor neue Herausforderungen stellen. Viel wichtige ist allerdings, was ich daraus gelernt habe. Es ist nämlich wichtig, Chancen, die sich bieten, auch zu ergreifen. Genauso wichtig ist es, andere zu unterstützen und ihnen Möglichkeiten zu eröffnen.


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sechs Fragen zu ihrem persönlichen Karriereweg.


die Chefin: Gab es auf diesem Weg Hürden?

Schneider: Zahlreiche! Darunter auch einige, die mich „kalt erwischt“ haben. Ich sehe sie allerdings als Chance, um es beim nächsten Mal besser zu machen. Interessant finde ich dabei, dass man sich die allergrößten Hürden oft selbst in den Weg stellt: „Das wirst Du niemals schaffen“ oder „das gelingt nur den wenigsten“. Wenn man dieses Prinzip jedoch einmal durchschaut hat, wird vieles einfacher.

die Chefin: Auf welche Ihrer Eigenschaften sind Sie stolz und warum?

Schneider: Ich stehe zu dem, was ich sage: Eine Frau, ein Wort! Übrigens ist das eine Erwartung, die ich auch an andere habe. Ferner begegne ich meinen Mitmenschen stets mit Vertrauen, achte allerdings auch darauf, dass es nicht missbraucht wird. Schließlich bin ich sehr fokussiert und zielstrebig. Es fällt mir leicht, Entscheidungen zu treffen. So nämlich kommt man schneller voran.

die Chefin: Was war der beste Rat, den Sie je bekommen haben?

Schneider: Ich habe in meinem Leben viele gute Ratschläge bekommen. „Du schaffst es“ von meinem Vater war dabei bestimmt der hilfreichste Rat. Ich lasse mich auch gern von Zitaten inspirieren. Zu meinen Favoriten gehören: „Eine falsche Entscheidung ist besser als keine Entscheidung“ von Robert McNamara. „Es erscheint immer unmöglich, bis es vollbracht ist“ von Nelson Mandela. „Wer den Hafen nicht kennt, in den er segeln will, für den ist kein Wind der richtige“ von Seneca. Und schließlich halte ich mich an den Grundsatz: miteinander sprechen ist besser als schreiben. Es ist sozusagen mein eigener Rat an mich selbst – aus einschlägiger Erfahrung mit E-Mails. Denn viele Missverständnisse lassen sich so ganz einfach vermeiden.

die Chefin: Was raten Sie dem Nachwuchs?

Schneider: Wähle immer eine Tätigkeit, die dir Spaß macht! Aber sei auch bereit, deine Komfortzone zu verlassen. Nur so kannst du dich weiterentwickeln. Und nur so passiert Spannendes und Interessantes. Sei bereit, neue Wege zu gehen – was heute wichtiger denn je ist. Denn Erfolg ist nicht nur Glücksache. Er stellt sich auch nur dann ein, wenn man Chancen ergreift und sich um ihn bemüht – ob mit Fleiß, Ideen oder Beziehungen. Zum Ziel führen viele Wege, manchmal sogar zu einem ganz anderen als dem ursprünglich angedachten.

Sabine Hockling

Seit vielen Jahren schreibt die Wirtschaftsjournalistin und SPIEGEL-Bestsellerautorin u.a. für die Medien ZEIT ONLINE, ZEIT Spezial, SPIEGEL ONLINE und Brigitte über die Themen Management, Arbeitsrecht und Digitalisierung. Als Autorin, Herausgeberin und Ghostwriterin veröffentlicht sie regelmäßig Wirtschaftsbücher.

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