Krisenjahre belasten Beschäftigte

Mann liegt erschöpft auf Treppe

Laut einer aktuellen Umfrage steht es sehr schlecht um die Energiereserven der deutschen Beschäftigten. Ursache dafür sind die deutsche Politik, die Vielzahl der Krisen sowie die wirtschaftliche Lage des Landes.

Eine Umfrage des Hamburger Pinktum Institute, von der die Wirtschaftswoche berichtet, kommt zu dem Ergebnis, dass fast die Hälfte der Befragten (49,4 Prozent) heute weniger Kraft zu haben scheinen als noch vor drei Jahren. Dies gilt über alle Alters- und Hierarchiestufen hinweg. Demnach erklärt jede dritte berufstätige Person in Deutschland, dass ihr die Energie für die tägliche Arbeit fehlt. Für knapp ein Drittel der Teilnehmenden (27,7 Prozent) stellt die Arbeit selbst einen Krafträuber dar. Dies verdeutlicht die allgemeine Erschöpfung und die Herausforderungen, mit denen die Beschäftigten aktuell konfrontiert sind.


Im Fokus: Neues Jahr, starkes Ich

Der Themenschwerpunkt IM FOKUS: NEUES JAHR, STARKES ICH zeigt, wie jede und jeder effektive Strategien entwickeln kann, um den Stress des Alltags besser bewältigen zu können.


Weiter geben die Befragten der Umfrage an, dass die Hauptverursacher der Belastung in der deutschen Politik (45,8 Prozent), der Vielzahl der Krisen (43,2 Prozent) und der wirtschaftlichen Lage des Landes (42,3 Prozent) zu finden sind. Auf dem vierten Platz als Belastungsfaktor steht die Spaltung der Gesellschaft (41,5 Prozent), gefolgt von persönlichen finanziellen Sorgen (39,1 Prozent). Erst an sechster Stelle nennen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre eigene Arbeit als Belastungsfaktor (27,7 Prozent). Die Umfrage, als repräsentativ eingestuft, wurde im vierten Quartal 2023 durchgeführt und befragte mehr als 1.000 Erwerbstätige zu ihren Energiereserven.

Krisen mit Akzeptanz begegnen

Zur ersten Selbsthilfe empfiehlt das Institut, dass Beschäftigte selbst an ihrer Resilienz arbeiten und ihre psychische Gesundheit im Blick behalten sollten. Dazu gehört, dass man aktiv Freundschaften und Beziehungen zu Angehörigen pflegt, sich in einer positiven Zukunftsperspektive übt sowie auch in schwierigen Momenten den Blick auf das Positive behält. Dabei sollte man Veränderungen mit Akzeptanz begegnen, zumal man sowieso nur das gestalten kann, worauf man auch Einfluss hat. Wer sich zudem realistische Ziele setzt und diese Schritt für Schritt verfolgt, stärkt seine Resilienz ebenfalls.

Außerdem empfehlen die Expertinnen und Experten, in schwierigen Situationen nicht zu hadern, sondern Entscheidungen zu treffen sowie bei Schwierigkeiten die Frage zu stellen, zu welchem Learning diese führen können. Das hilft nämlich dabei, über sich selbst hinauszuwachsen. Ein positives Selbstwertgefühl, Kreativität statt Furcht und die Fähigkeit, gut für sich zu sorgen und auf sich aufzupassen, runden die Liste mit den erforderlichen Eigenschaften ab. Freilich haben die wenigsten Menschen all das, aber weiter an sich zu arbeiten stärkt nicht nur die eigene Persönlichkeit, sondern stiftet auch einen größeren Nutzen.

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Tina Groll

Tina Groll arbeitet hauptberuflich als Redakteurin bei ZEIT ONLINE im Ressort Politik & Wirtschaft. 2008 zeichnete sie das Medium Magazin als eine der “Top 30 Journalisten unter 30 Jahren“ aus. Sie ist Mitglied im Deutschen Presserat sowie als Vorsitzende der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union tätig. Als Autorin von WIR SIND DER WANDEL beschäftigt sie sich mit der Arbeitsmarkt-, Sozial- und Gesundheitspolitik.