Detektive überführen Blaumacher

Mann schaut durch Fernglas

Schickt der Chef seinen Mitarbeitern Detektive auf den Hals, um ihnen das Krankfeiern nachzuweisen, ist das nicht generell verboten.

Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vom Arzt beweist in der Regel, dass ein Arbeitnehmer aufgrund einer Krankheit arbeitsunfähig ist. Vermutet ein Arbeitgeber, dass dieser Mitarbeiter gar nicht krank ist, sondern blau macht, wird er ihn des Betrugs überführen wollen.

Eine, wenn auch heftige, Möglichkeit ist der Einsatz eines Detektivs, der sich an die Fersen des krankgeschriebenen Mitarbeiters heftet – um Beweise zu sammeln, dass der Mitarbeiter ein „Blaumacher“ ist.

MDK einschalten

Und obwohl der Gesetzgeber den Einsatz von Detektiven zur Überwachung von arbeitsunfähigen Mitarbeitern als unverhältnismäßigen Eingriff in die Privatsphäre einstuft, ist solch eine Maßnahme nicht grundsätzlich verboten. Entscheidend ist, ob der Arbeitgeber beweisen kann, dass die Überwachungsmaßnahme gerechtfertigt und verhältnismäßig ist. Ist das nicht der Fall, ist die Maßnahme grundlos.

Möchte ein Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit eines Mitarbeiter überprüfen, kann er den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) einschalten. Der nämlich ist unter anderem dazu da, die Arbeitsunfähigkeit von Mitarbeitern zu überprüfen.


„Die Ratgeber“ übernehmen keine Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit der über uns verbreiteten Rechtsinhalte. Insbesondere ersetzten die Beiträge grundsätzlich nicht eine fachkundige Rechtsberatung.


Sabine Hockling

Seit vielen Jahren schreibt die Wirtschaftsjournalistin und SPIEGEL-Bestsellerautorin u.a. für die Medien ZEIT ONLINE, ZEIT Spezial, SPIEGEL ONLINE und Brigitte über die Themen Management, Arbeitsrecht und Digitalisierung. Als Autorin, Herausgeberin und Ghostwriterin veröffentlicht sie regelmäßig Wirtschaftsbücher.

Scroll Up