Kündigung nach Beleidigung in Whatsapp-Gruppe

Frau hält Smartphone in Hand

Wer in einer privaten Chatgruppe Vorgesetzte oder Kolleg:innen massiv beleidigt, riskiert die Kündigung. Auf Vertraulichkeit kann man sich dabei nicht immer berufen.


Von A wie Abmahnung bis Z wie Zeiterfassung – unsere Arbeitsrecht-Datenbank gibt Antworten auf über 300 wichtige Fragen und räumt mit Irrtümern und Mythen rund um das deutsche Arbeitsrecht auf.


In geschlossenen Chatgruppen schützt Vertraulichkeit nur selten vor Konsequenzen, wenn Mitglieder rassistische oder beleidigende Äußerungen machen. Auch in kleinen, begrenzten Gruppen kann eine solche Grenzüberschreitung zur fristlosen Kündigung führen.


Mehr zum Thema:


Vertraulichkeitserwartung hängt von Nachrichteninhalt und Gruppengröße ab

Die Äußerungen müssen jedoch schwerwiegend sein – etwa rassistisch oder menschenverachtend. Das entschied das Bundesarbeitsgericht (Az. 2 AZR 17/23) im Fall einer WhatsApp-Gruppe bei der Fluggesellschaft TUIfly GmbH in Niedersachsen. Das Gericht betonte, dass die Vertraulichkeit von der Art der Nachrichten und der Größe der Gruppe abhängt.

Erstmals prüften Deutschlands höchste Arbeitsrichter:innen, ob eine kleine WhatsApp-Gruppe als geschützter, privater Raum gilt, in dem Beleidigungen ohne arbeitsrechtliche Folgen bleiben. Fachleute weisen darauf hin, dass die Rechtsprechung zu ehrverletzenden Äußerungen in geschlossenen Messaging-Gruppen in Deutschland bislang uneinheitlich ist.


Wir übernehmen keine Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit der über uns verbreiteten Rechtsinhalte. Insbesondere ersetzten die Beiträge grundsätzlich nicht eine fachkundige Rechtsberatung.


Wir sind der Wandel-Newsletter

Tina Groll

Tina Groll, SPIEGEL-Bestsellerautorin und Redakteurin bei der ZEIT im Ressort Wirtschaft, konzentriert sich als Autorin von WIR SIND DER WANDEL auf Arbeitsmarkt-, Sozial- und Gesundheitspolitik. 2008 zeichnete sie das Medium Magazin als eine der “Top 30 Journalisten unter 30 Jahren” aus, 2009 erhielt sie den Otto-Brenner-Preis für kritschen Wirtschaftsjournalismus. Ferner ist sie Mitglied im Deutschen Presserat.